Design-Studie: Joystick aus Nunchuck-Controller Teil 1

Neulich war ich auf der Suche nach einem DIY Joystick-Controller. Wenn ich mir allerdings die Preise für Joysticks aufrufe, frage ich mich, ob die Dinger von Elfen im Schein des Vollmondes mit Einhornpipi eingerieben werden. Das muss doch auch irgendwie günstiger gehen.

Durch Zufall stieß ich auf Nunchuck-Controller. Das sind Eingabegeräte für Spielekonsolen, die in Online-Auktionshäusern für schlappe 4 Euro (Die „No Name“-Variante, klar …) zu bekommen sind und nach dem gleichen Prinzip funktionieren, allerdings ist hier ein Controller nachgeschaltet, der die Werte (und die eines kleinen Beschleunigungssensors) digitalisiert und via I2C-Bus zur Spielkonsole sendet.

Nach mehr oder weniger gewaltfreier Zerlegung des Gehäuses liegt der Joystick offen und kann ausgelötet werden. Messungen ergaben 2 x 10k lin. Genau genommen maß ich zwischen Schleifer und einem Ende 0,5 – 11k, aber das sollte durch entsprechende Außenbeschaltung einfach zu korrigieren sein.

Im Grunde genommen ist ab hier nur noch Fleißarbeit erforderlich. Mechanik und eine Schaltung, vielleicht aus der unerschöpflichen Sammlung von Ken Stone. Ich möchte aber noch mehr: Dass der Joystick nicht in die Mittelstellung zurückspringt, sondern in der Stellung verharrt, in die man ihn gebracht hat. Auch kein Problem.

Den Joystick auf den Rücken werfen und die in rot markierten Laschen hochbiegen. Man sollte während der Öffnung die Bodenplatte festhalten, sonst springt einem das Innenleben ins Gesicht. Ein kleine Farbmarkierung am Gehäuse und an der Bodenplatte kann helfen, sie wieder in der richtigen Position einzubauen.

Hier die geöffnete Version. Die Feder und der kleine Plastikring werden nicht mehr gebraucht. Nach dem Zusammenbau die Enttäuschung: Die Joystick kann sich nun frei bewegen, aber er wird auch durch nichts in seiner Position gehalten oder gebremst und fällt bei senkrechtem Einbau durch sein Eigengewicht nach unten.

Abhilfe brachte bei mir folgender kleiner Trick. Nehmt ein Stück Moosgummi (3mm Dicke) und drückt die Bodenplatte fest dagegen, so dass ein sichtbarer Abdruck zu sehen ist. An diesem Abdruck entlang schneidet ihr mit einer Nagelschere einen kreisrunde Scheibe aus, die ihr in die Mulde legt.

Die Modifikation ist fertig und der Joystick kann wieder wieder zusammengebaut werden. Die Bedienung des Hebels fühlt sich haptisch OK an. Ich weiß allerdings nichts über die Materialermüdungseigenschaften von Mossgummi. Kann sein, dass sich bei längerem Verweilen in einer Position im Mossgummi eine bleibende Eindellung bildet. Wenn Jemand eine bessere Idee für ein anderes Material hat – immer her damit.

Zum Schluss habe ich ein Aluminiumröhrchen passender Größe auf den Nippel gesteckt und mit Heißkleber fixiert. Auf dem oberen Ende steckt eine Hülse aus Weichplastik (War glaube ich mal zum Schutz einer Chinchbuchse gedacht …). Durch seine geringe Größe passt die gesamte Konstruktion hinter eine 6TE-Frontplatte. Im Teil 2 werde ich die Schaltung von Ken Stone nachbauen und den Joystick im praktischen Einsatz testen.

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst diese HTML tags benutzen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  

  

  

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.